Breitenholz: Gemeinde Ammerbuch

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Ortsportrait Ammerbuch-Breitenholz

Der Gemeindeteil Breitenholz ist nicht nur das kleinste, sondern von der Lage her das am ruhigsten gelegen Dorf von Ammerbuch. Man könnte sagen, Breitenholz ist ländlich geprägt, hauptsächlich durch Weinbau und landwirtschaftlichen Nebenerwerb. Der Ort liegt abseits von Hauptverkehrsstraße direkt am Naturpark Schönbuch und ist durch diesen nur durch Streuobstwiesen getrennt, die sich bis zum Waldrand hochziehen. Breitenholz, ruhig aber aktiv: Man findet hier eine engagierte Bürgerschaft, Gemeinschaften und Vereine, die übers Jahr verteilt für Angebote und Veranstaltungen im Ort sorgen. Ob Weinfest, Dorfjubiläum, Besenwirtschaften, Veranstaltungen zu Kunst und Kultur oder Maibaumstellen und Dorfhocketse, hier ist mehr los als die idyllische Lage zuerst vermuten lässt. In Breitenholz gibt es die üblichen Gemeindeeinrichtungen wie Rathaus, Kindergarten, Feuerwehr, Kirche, Friedhof, Gaststätte, Bolzplatz, Spielplatz und die evangelische Bücherei. Außerdem finden sich hier das Miniatur-Ortsansichten-Museum von Hans Anton Wagner und die Kunstschule Breitenholz. Man erreicht den kleinsten der Ammerbucher Gemeindeteile mit dem Auto über die B296 und K6916, über ein gut ausgebautes Radweg- und Fußwegenetz oder mit dem Bus. Aktuell laufen die Planungen für das "Bioenergiedorf Breitenholz".

Infrastruktur und Stichworte zu Breitenholz

  • Besenwirtschaften
  • Bolzplatz
  • Bücherei
  • Busverkehr
  • Dienstleister
  • Direktvermarkter
  • Feuerwehr
  • Feste und Veranstaltungen
  • Friedhof
  • Gasthaus mit Hotel
  • Gute Radwege und Fußwege
  • Kindergarten
  • Kirchengemeinde
  • Kunstschule
  • Museum Anton Wagner
  • Rathaus
  • Schnelles Internet (größtenteils)
  • Spielplätze
  • Straße: Kreisstraße K6916
  • Vereine
  • Weinanbau

Geschichtliches & Historisches

Breitenholz wird 1296 erstmals schriftlich erwähnt.

Hervorzuhebende alte Gebäude sind neben dem Rathaus und der Kirche das ehemalige Gasthaus zum Lamm. Das "Lamm" mit seinem Krüppelwalmdach trägt einen Balkon mit Eisengeländer, von dem Teile aus dem 17. Jahrhundert stammen können. Der ungewöhnlich schöne Gasthausausleger stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Das Rathaus mit seinem hohen Dachreiter stammt aus dem Jahr 1563. Nach einer Renovierung 1899 folgte 1958 ein Umbau. Die Kirche wird als Kapelle 1453 erstmals im Zusammenhang mit der Stiftung einer Frühmesse zu Ehren des heiligen Wendelin erwähnt. Das Langhaus der Kirche wurde 1964 neu gebaut.

Der zur Gemarkung Breitenholz gehörende große Schönbuch-Waldanteil stammt aus der Ablösung der Schönbuchgerechtigkeiten 1827 (Gemeindewald) und aus der "Aufteilung der Staatsdomänen zu bestimmten Gemeindebezirken" um 1830 (Staatswald). Der Waldanteil reicht bis zur "Teufelsbrück" im Goldersbachtal, auch die Königsjagdhütte liegt auf der Gemarkung Breitenholz.

Burgruine Müneck

Die alte Burgruine der Herren von Müneck, Dienstherren der Pfalzgrafen von Tübingen, liegt auf einem Vorsprung aus Stubensandstein am südlichen Schönbuchrand über Breitenholz. Der Weg zur Ruine führt von Breitenholz aus am Spielplatz und an den Weinbergen vorbei bis nach oben zum Schönbuchtrauf. Kurz vor der Müneck wird der Weg zum steilen Pfad. Die Herren von Müneck, ein Zweig der Herren von Hailfingen, sind von 1270 bis 1390 urkundlich belegt. Wann die Burg zerstört wurde, ist unbekannt. Außer ein paar freigelegten Grundmauerresten mit nicht mehr eindeutig erkennbarem Grundriss auf der Bergspitze, dem mächtigen Wall und dem Graben ist von der Burg nichts mehr erhalten. Die Ruinenreste sind von Bäumen überwachsen und größtenteils vom Waldboden verdeckt. Der Aufstieg lohnt trotzdem: Am Schönbuchtrauf bei der Ruine befindet sich ein herrlicher Aussichtspunkt. Man sieht über die Breitenholzer Weinberge und das Ammertal bis hin zur Schwäbischen Alb.

Adel auf der ehemaligen Burg Müneck

Die niederadeligen Herren von Müneck waren nach den für 1301, 1307 und 1330 erhaltenen Siegeln, die drei oder vier rechts oder links gekehrte Spitzen im Schild zeigen, ein Zweig des weitverbreiteten Geschlechts der Herren von Hailfingen, der sich um 1250 von der Hauptlinie abspaltete. Der Name ihrer Burg lautet teils, wie bei der Ersterwähnung 1270, Mugineke (ähnlich 1286, 1298 und 1304), teils Mu(e)ienegge (1293), Mönegge (1301) oder Muienegg (1308). Das Bestimmungswort Mugin- ist ungedeutet; -eck deutet auf die Lage. Die ersterwähnten Arnold (1270), Hugo (1270-1292) und Heinrich (1280-1308) waren vielleicht Brüder (Heinrich war 1300 Vetter des Hugo von Hailfingen; 1308 Onkel [patruus] der Hildegard von Hailfingen). 1330 lebten die Geschwister Gere, Gute, Adelheid und Heinrich. Das Tübinger Dienstmannengeschlecht starb wohl mit Albrecht, 1379 Sindelfinger Chorherr und 1382 Kirchherr von Böblingen, aus. Die Münecker verkaufen den größten Teil ihres im Ganzen genommen geringen Besitzes in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, so z.B. 1337 Heinrich und seine Frau Sophie von Neuneck Güter in Entringen und Breitenholz an die Herter von Dußlingen. Der Burgstall Müneck liegt auf einem Vorsprung des Schönbuchs ostnordöstlich vom Ort. Der Burghügel wurde rings umzogen von einem Sohlgraben wechselnder Breite, der teils in den Berg eingeschnitten, teils durch einen vorgelegten Wall verstärkt ist. Seine Oberfläche bildete ein Rechteck mit leicht ausgebauchten Langseiten; es sind wenige, überwachsene Mauerreste von nicht eindeutig feststellbarem Grundriss erkennbar. Der Burgenforscher K. A. Koch untersuchte die Ruine 1924 (Grabungsergebnisse in den Blättern des Schwäbischen Albvereins 1925).

Das Wappen von Breitenholz

Das ehemalige Gemeindewappen zeigt in Rot ein S-förmiges silbernes Wolfseisen.

Es wurde der Gemeinde 1960 verliehen. Die Wappenfigur ist schon zu 1683 als Fleckenzeichen belegt und erscheint seit etwa 1820 im Gemeindestempel.

Von 1930 bis 1960 führte die Gemeinde einen schräg-links geteilten Wappenschild, das rechts das Wappen der Herren von Müneck, links oben Früchte und links unten die württembergischen Hirschstangen zeigte.

Das Wappen war 11 Jahre lang bis zur Gründung von Ammerbuch im Jahr 1971 gültig.