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Gewässer

Wasser ist eine wesentliche Grundlage allen Lebens

Ammer bei Poltringen
Ammer bei Poltringen

Es dient als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und wird vielfältig durch den Menschen genutzt: als Nahrungsmittel, für die Hygiene, als Transportmedium und Rohstoff sowie als Energiequelle.Die Gewässer in Baden-Württemberg sind unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Durch Straßenverkehr, Industriebetriebe, kommunale Abwässer und intensive Landwirtschaft gelangt eine hohe Anzahl von Stoffen, (z.B. Nitrat und Pflanzenschutzmittel) in Flüsse, Seen und das Grundwasser.Maßnahmen zum Schutz der Gewässer haben die Wasserqualität in Baden-Württemberg in den letzten 20 Jahren bereits spürbar  verbessert. Seit dem Jahr 2000 gibt es die Europäische Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Sie soll einen einheitlichen und flächendeckenden Schutz der Oberflächengewässer und des Grundwassers gewährleisten.

Regelungen im Gewässerrandstreifen

Das Wasserrecht definiert entlang von oberirdischen Gewässern sogenannte Gewässerrandstreifen. Sie dienen der Erhaltung und Verbesserung der ökologischen Funktionen der Gewässer, der Wasserspeicherung, der Sicherung des Wasserabflusses sowie der Verminderung von Stoffeinträgen aus diffusen Quellen. Nach § 29 des Wassergesetzes von Baden-Württemberg (WG-BW) ist der Gewässerrandstreifen im Außenbereich 10 Meter und im Innenbereich 5 Meter breit. Er bemisst sich bei Gewässern mit deutlich erkennbarer Böschungsoberkante ab der Böschungsoberkante, andernfalls ab der Linie des mittleren Wasserstands.
Im gesamten Gewässerrandstreifen sind Bäume und Sträucher zu erhalten, soweit die Beseitigung nicht für den Ausbau oder die Unterhaltung der Gewässer, zur Pflege des Bestandes oder zur Gefahrenabwehr erforderlich ist.

Im gesamten Gewässerrandstreifen sind verboten:

  • die Umwandlung von Grünland in Ackerland;
  • das Entfernen standortgerechter Bäume und Sträucher (Ausnahme: ordnungsgemäße Forstwirtschaft);
  • die Neuanpflanzung nicht standortgerechter Bäume und Sträucher;
  • der Umgang mit wassergefährdenden Stoffen;
  • die nicht nur zeitweise Ablagerung von Gegenständen, die den Wasserabfluss behindern können oder die fortgeschwemmt werden können;
  • die Errichtung baulicher und sonstiger Anlagen (Ausnahme: standortgebundene oder wasserwirtschaftlich erforderliche Anlagen).

Im Bereich von 5 Metern sind zusätzlich verboten:

  • der Einsatz und die Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln (Ausnahme: Wundverschlussmittel zur Baumpflege und Wildbissschutzmittel);
  • ab 1. Januar 2019 die Nutzung als Ackerland (Ausnahme: Anpflanzung von Gehölzen mit Ernteintervallen von mehr als zwei Jahren und Anlage sowie umbruchloser Erhalt von Blühstreifen in Form mehrjähriger nektar- und pollenspendender Flächen für Insekten).

Einen Gewässerrandstreifen gibt es an allen oberirdischen Gewässern, auch an Gewässern ohne eigenes Flurstück (Strichbäche). Ausgenommen von den Regelungen zum Gewässerrandstreifen sind in Baden-Württemberg Gewässer von wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung, zum Beispiel Be- und Entwässerungsgräben. Bei der Entscheidung, ob es sich bei einem Gewässer um ein Gewässer von wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung handelt, dient das Amtliche Digitale Wasserwirtschaftliche Gewässernetz (AWGN) als Orientierungshilfe. Die Daten des AWGN sind im Internet über den Daten- und Kartendienst der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) öffentlich zugänglich, für Ammerbuch hier per Direktlink (Es ist zu beachten, dass die Daten des AWGN einmal jährlich aktualisiert werden. Bei dieser Aktualisierung können neue Gewässer aufgenommen werden.)

Ausführliche Informationen zum Gewässerrandstreifen finden Sie in der Broschüre der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg), die Sie hier herunterladen können.

Download Broschüre Gewässerrandstreifen (PDF-Datei, 6 MB)

Gewässerinfo Nr. 1 - Entsorgung von Lebensmitteln in Gewässern

Die Gewässer sind uns wichtig! Diese Aussage möchte wahrscheinlich jeder von uns gern unterschreiben, doch verhalten wir uns auch dementsprechend? Diese Frage stellt sich wohl zumindest ein Teil von uns nicht oder nur ungern. Um dem Gewässerschutz etwas auf den Grund zu gehen, führen wir als Gemeindeverwaltung die Gewässer-Info ein. Wir werden eine Reihe von Verstößen, sei es aus purer Absicht oder rein aus Unwissenheit, veröffentlichen. Wir werden darauf eingehen, welche Gründe gegen ein solches Verhalten sprechen und wie man vermeiden kann, dass es soweit kommt. Natürlich würden wir uns freuen, auch von Positivbeispielen berichten zu können. Wenn also etwas besonders heraussticht, werden wir selbstverständlich auch darüber berichten.

In dieser ersten Ausgabe möchten wir auf die illegale Entsorgung von Lebensmitteln eingehen. Im Käsbach in Entringen (Abschnitt zwischen Herrenberger Straße und Bahnhofstraße) haben wir Brötchen im Käsbach gefunden. So gern wir alle die Enten füttern, so groß ist in diesem Beispiel auch der negative Effekt. Zum einen wurden die Brötchen nicht zerkleinert. In diesem Zustand sind Brötchen als Nahrungsquelle für Enten, Fische und sonstige heimische Kleinlebewesen nicht zugänglich.

Der Bisam freut sich hingegen sehr über die Brötchen. Ein Bisam - auch bekannt als Bisam-Ratte - ist ein nordamerikanischer Einwanderer, der durch seine starke Wühltätigkeit massive Schäden an Ufern, Dämmen und Deichen anrichten kann.

In der freien Landschaft kann das Auftreten des Bisam vorteilhaft für die Ökologie sein, im Innenbereich stehen jedoch Sicherheitsbedenken an erster Stelle. Um also die Böschungssicherheit zu gewährleisten, sollte die Bisampopulation in bebautem Gebiet niedrig gehalten werden.

In erster Linie ist es natürlich ratsam, nur die Mengen an Lebensmitteln zu kaufen, die wir auch verbrauchen können. Auf das Problem der Überproduktion möchten wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

An der einen oder anderen Stelle kommt es aber doch bei jedem zu Essensresten. Diese gehören allerdings in den Biomüll oder auf den Kompost (keine tierischen
oder gekochten Essensreste). Wir haben ein gut funktionierendes Abfallsystem, das nur genutzt werden muss. Wir bitten daher alle Ammerbucher Bürger, Lebensmittelreste in der Biotonne zu entsorgen.

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 02.08.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässer-Info Nr. 2 - Dämme & Aufstauungen

Die zweite Ausgabe unserer Gewässer-Info beschäftigt sich heute mit Dämmen. So etwas gibt es doch gar nicht im Gemeindegebiet, werden einige von Ihnen jetzt denken. Das haben wir auch gedacht. Gefunden haben wir allerdings, wie im Bild deutlich zu erkennen, immer wieder kleinere Aufstauungen. Diese hier unter der Brücke in der Hauffstaße in Entringen. Manchmal dient dieser Aufstau den Anliegern dazu einfacher Wasser schöpfen zu können. Vermutlich sind aber des Öfteren Kinder am Werk, die am Gewässer spielen.

Solange dort gespielt wird, ist eine solche Aufstauung auch nicht weiter von Belang. Der Damm sollte jedoch, bevor man sich auf den Heimweg macht, wieder abgebaut werden. Denn ein solcher Damm stellt ein Wanderhindernis für allerlei Lebewesen dar. Für Lachse und fliegende Fische ist das sicherlich kein Problem, aber diese Fische sind in unseren Gewässern nicht anzutreffen.

Heimische Arten wie die Groppe, oder auch Mühlkoppe genannt, bewegen sich vor allem an der Sohle der Bäche. Für diese Fische ist eine Wanderung an einem solchen Damm nicht möglich. Die Wanderung endet also dort. Neben Fischen sind auch allerlei Insektenlarven in unseren Bächen und Gräben zu finden. Auch Eintags- und Steinfliegenlarven bewegen sich vorwiegend über die Gewässersohle. Ebenso wie die Larve des Feuersalamanders, die ab und an in den Bächen des Schönbuchs zu finden ist. Außerdem bereichern Bachflohkrebse und so manch eine Flussnapfschnecke die Gewässersohle.

Sie sehen also, dass die Durchgängigkeit für die heimischen Arten von großer Bedeutung ist.

Zusätzlich zu den ökologischen Bedenken, hat ein Damm aus lockeren Steinen auch einen negativen Einfluss auf den Hochwasserschutz. Die Kraft des Wassers wird oft unterschätzt. Sobald der Wasserstand ansteigt, werden die Steine mitgerissen und können an anderer Stelle erhebliche Schäden anrichten.

Daher bleibt das Fazit: Am Bach spielen, ja gerne. Das Aufräumen danach, wie im Kinderzimmer, muss allerdings auch sein.

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 09.08.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässer-Info Nr. 3 - Wasser schöpfen

In unserer dritten Ausgabe beschäftigen wir uns mit dem Wasser schöpfen. Gerade in den letzten sehr trockenen Wochen musste viel gewässert werden, ob es Gärten oder Felder waren. Es ist verständlich, dass sich vielerorts die Leute an öffentlichen Gewässern und Quellen bedienen, um den Pflanzen etwas Feuchtigkeit zu spenden. Das ist sogar in angemessener Menge und Art und Weise zulässig.

Das ist festgeschrieben in § 20 Abs. 1 WG BW: „Der Gebrauch der oberirdischen Gewässer zum […] Schöpfen mit Handgefäßen, […] und zu ähnlichen unschädlichen Verrichtungen […] ist […] als Gemeingebrauch jedermann gestattet. Dasselbe gilt für die Benutzung dieser Gewässer zum Entnehmen von Wasser in geringen Mengen für die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und den Gartenbau“. Ein Eigentümer- oder Anliegergebrauch sind jedoch ausgeschlossen (§ 21 Abs. 1 WG BW). Das bedeutet, ein Eigentum mit Gewässerzugang berechtigt nicht grundsätzlich zu dessen Nutzung.

Das Wassergesetz gibt hier also eindeutige Vorgaben. Wasser holen mit Gießkanne oder Eimer ist erlaubt. Wasser pumpen ist hingegen verboten. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen können durch die Pumpe wassergefährdende Stoffe, wie bspw. Öl oder Sprit, in das Gewässer gelangen. Das muss in jedem Fall vermieden werden. Zum zweiten bleibt an einer dauerhaft installierten Pumpe einiges an Laub und Astwerk hängen, das nicht mehr abtransportiert werden kann. Zum dritten sprechen auch ökologischen Gründe gegen eine Pumpe im Gewässer. Der Sog, der durch die Pumpe verursacht wird, zieht mit dem Wasser auch Kleinstlebewesen an. Diese können sich nicht mehr an Sohle oder Böschung festhalten und überleben die Reise durch die Pumpe in den Garten nicht.

Trotzdem entdecken wir immer wieder Pumpen in unseren Gewässern, wie hier in der Ammer in Reusten. An dieser Stelle soll noch einmal gesagt sein: Wasser aus öffentlichen Gewässern zu pumpen, ist verboten! Diese Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße von bis zu 100.000 € bestraft werden. Dagegen ist der Wasserpreis mit 1,96 €/m³ (zzgl. Mwst.) doch verschwindend gering. Bis zur Gewässerschau wurde von Seiten der Gemeindeverwaltung auf Anzeigen verzichtet. Nun werden wir diese Fälle nachverfolgen.

Es gilt also das Motto: Weniger ist mehr! Zumal in einer Trockenphase wie dieser nicht nur die Felder und Gärten, sondern auch die Gewässer leiden. Übrigens: Auch die Zierbrunnen und öffentlichen Quellen, wie das Brunnenhäusle in Breitenholz, schließt das Wassergesetz in diese Regelung mit ein. Wir bitten also auch hier davon abzusehen, mit Traktoren und Pumpen die großen Wasserfässer zu füllen.

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 16.08.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässer-Info Nr. 4 - Wasser schöpfen an öffentlichen Gewässern

Nachdem unsere dritte Ausgabe zum Thema Wasser schöpfen einige Verwirrung und Unmut gestiftet hat, werden wir uns auch in dieser Ausgabe noch einmal damit auseinander setzen.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal klar stellen, dass das Schöpfen von Wasser nur mit Handschöpfgeräten erlaubt ist! Abpumpen von Wasser aus öffentlichen Quellen jeglicher Art ist verboten!

Diese Regelung ist im Wassergesetz von Baden-Württemberg in § 20 festgehalten. Das Wassergesetz ist ein geltendes Recht, das für jedermann gilt. Ein Gewohnheitsrecht ist im Wassergesetz nicht vorgesehen. Das bedeutet, dass ein Wasserpumpen aus einer Quelle, das über Jahrzehnte hinweg nicht belangt wurde, kein automatisches Recht dazu schafft. Ähnlich ist es im Straßenverkehr. Wenn nach langen Jahren aus einer 50-er Zone eine 30-er Zone wird, muss man sich auch an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Nur weil man bisher immer 50 km/h fahren konnte, führt das nicht dazu, dass hier ein Gewohnheitsrecht entsteht.

Auch die Gründe für dieses Verbot sind plausibel. Generell kann mittels einer Pumpe eine große Wassermenge in kurzer Zeit entnommen werden. Das kann zu Schwankungen des Wasserstands führen. Gerade in Bereichen, in denen das normalerweise nicht üblich ist, kann dies das aquatische Ökosystem nicht oder nur begrenzt auffangen. Viele Kleinstlebewesen und auch Fische würden sterben. Zusätzlich erzeugt eine Wasserpumpe einen starken Sog, der vor allem schwimmenden Lebewesen zum Verhängnis werden kann. Einmal in die Pumpe eingesaugt, ist die Überlebenschance gleich null. Ein weiterer Grund ist die mögliche Einbringung wassergefährdender Stoffe. Mit einer Pumpe und/oder einem Traktor geht immer auch Öl und Kraftstoff einher. Es muss sichergestellt sein, dass diese Stoffe nicht ins Wasser gelangen. Insbesondere im Grundwasser können solche Stoffe große Schäden anrichten. Grundwasserströmungen sind sehr komplex, was die Beurteilung der angerichteten Schäden durch wassergefährdende Stoffe schwierig macht. Es sollte uns allen daher daran liegen, das Grundwasser so gut es geht zu schützen, denn daraus gewinnt die ASG (Ammertal-Schönbuchgruppe) unser Trinkwasser in Ammerbuch.

Daher noch einmal in aller Deutlichkeit: Das Schöpfen von Wasser mittels Pumpen aus öffentlichen Gewässern (Flüsse, Bäche, Grundwasser) ist unabhängig von Trocken- oder Regenperiode verboten. Dies ist ein Gesetz und für jedermann bindend.

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 30.08.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässer-Info Nr. 5 - Abfischungen

Heute berichten wir über gute Nachrichten!

Vor kurzem wurden Rohrbach und Käsbach in Entringen ausgeräumt. Vor einer Grabenräumung muss immer der Fischbestand entnommen und an anderer Stelle wieder eingesetzt werden. Eine solche Aktion wird von Fachleuten vom Kreisfischereiverein durchgeführt. Die Fischer zeichnen jeden einzelnen Fisch auf, der Ihnen ins Netz geht. Die Ausbeute an den beiden Bächen, die Entringen durchfließen, war erstaunlich!

Die typischen Arten, Groppe, Elritze und Stichling, waren in großem Umfang in den Gewässern zu finden. Der doch so kleine unscheinbare Rohrbach beherbergt zum Zeitpunkt der Entnahme (13.07.2018) im Bereich zwischen der Mündung in den Käsbach und dem Brücke beim Pennymarkt 14 Groppen, 33 Elritzen und sogar 38 Stichlinge. Im Käsbach ist zu am gleichen Tag über eine etwa doppelt so lange Strecke (Bahnhofstraße bis Ortsausgang Richtung Breitenholz) noch deutlich mehr Leben. Hier sind 148 Groppen, 214 Elritzen und 134 Stichlinge im Netz. Insgesamt schwimmen also zum 13.07.2018 581 Fische in Rohrbach und Käsbach.

Dieser gute Fischbestand kann nur erhalten bleiben, wenn wir uns alle gemeinsam um unsere Gewässer kümmern. Das heißt, überflüssige Nährstoffzufuhr vermindern (keine Müllentsorgung), Aufstauungen und Einleitung von Stoffen sowie Abpumpen von Wasser stoppen.

Bildnachweis (n.l.n.r):
Elritze: www.deutschlands-natur.de
Groppe: www.tagesanzeiger.ch
Stichling: www.fv-heilbronn.de

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 06.09.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässer-Info Nr. 6 - Gewässerrandstreifen

Die Gewässerschau Ende letzten und Anfang dieses Jahres hat viele Beanstandungen hervorgebracht. Wir gehen davon aus, dass ein Großteil der Beanstandungen für die Anwohner völlig überraschend kam. Viele waren sich der Regelungen im Gewässerrandstreifen nicht bewusst. Um dieses Wissen etwas zu verbreiten, sodass auch diejenigen, die von den Gesetzesänderungen evtl. nicht betroffen sind, informiert werden, erklären wir noch einmal die neuen Regelungen im Gewässerrandstreifen.

Wie im Bild unten zu erkennen, beginnt der Gewässerrandstreifen bei ausgeprägten Böschungen an der Böschungsoberkante. Bei flachen Böschungen, an denen eine Böschungsoberkante nicht bestimmt werden kann, wird von der Uferlinie aus begonnen. Der Gewässerrandstreifen ist im Innenbereich 5 Meter breit und im Außenbereich 10 Meter breit. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was ist Innenbereich und was ist Außenbereich? Diese Festlegung findet man im Baugesetzbuch. Hier wird definiert, dass Flächen innerhalb von im Zusammenhang bebauten Ortsteilen sowie überplante Gebiete als Innenbereich aufgefasst werden. Alle anderen Flächen sind im Außenbereich. Nun ist diese Beschreibung für die meisten unter uns auch nicht sehr hilfreich. Wenn man sich weiterhin unsicher ist, kann man in der Baurechtsbehörde in Erfahrung bringen, ob ein Grundstück im Innen- oder im Außenbereich liegt.

Der Gewässerrandstreifen bringt einige Verbote und Verpflichtungen mit sich. Getreu dem Sprichwort: „Eigentum verpflichtet!“ Und Gewässeranlieger umso mehr. So sind im Gewässerrandstreifen Bäume und Sträucher zu erhalten. Die Entfernung eben jener standortgerechten Pflanzen ist verboten. Ebenso wie Anpflanzung nicht standortgerechter Pflanzen, Einsatz und Lagerung wassergefährdender Stoffe (auch Dünge- und Pflanzenschutzmittel), dauerhafte Lagerung abschwemmbarer Gegenstände und der Umbruch von Grünland verboten sind. Ab dem 01.01.2019 gesellt sich eine neue Vorschrift dazu, die auch die Nutzung als Ackerland im Bereich von 5 Metern ab der Böschungsoberkante (auch im Außenbereich) verbietet. Hier dürfen nur noch Gehölze mit Ernteintervallen von mehr als zwei Jahren oder „Blühstreifen in Form von mehrjährigen nektar- und pollenspendenden Trachtflächen für Insekten“ (§29 WG Baden-Württemberg) vorkommen.

Die Gewässer, an denen die Regelungen gelten, sind im Amtlichen Gewässernetz (AWGN) eingetragen. LUBW bietet einen Kartendienst (http://udo.lubw.baden-wuerttemberg.de) an, in dem man sich die offiziellen Gewässer anschauen kann, an denen ein Gewässerrandstreifen besteht. An kleinen Gräben wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung gilt der Gewässerrandstreifen nicht. Wer erfahren möchte, ob das Gewässer hinter dem Haus ein AWGN-Gewässer ist und somit der Gewässerrandstreifen gilt, kann sich an Frau Vedder (v.vedder@ammerbuch.de; 07073/9171-7323) wenden.

Wie bei den Gewässerschauen im Innenbereich werden im kommenden Jahr auch die Außenbereiche abgelaufen und Vergehen festgehalten. Wir bitten Sie daher, sich schon im Vorfeld über die Möglichkeiten zu informieren und die Nutzung entsprechend anzupassen.

Bildquelle: Gewässerrandstreifen in Baden-Württemberg, WBW/LUBW, 2015

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 13.09.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Gewässerinfo Nr. 7 - Zementblock im Gewässer

Diesmal wird es ein kurzer Beitrag, denn manchmal sind wir einfach sprachlos. So auch bei dem Vorkommnis, das wir im Rahmen der Gewässerschau in Reusten entdeckt haben.

Oberhalb der Brücke in der Rottenburger Straße hat sich im Kochartgraben ein Block Beton gebildet. Anscheinend ist hier in der Nähe Zement in das Gewässer gelangt, der bei niedrigem Wasserstand an eben dieser Stelle ausgehärtet ist.

Entfernung? Ja, auf jeden Fall!
Aber wie? Es wird ein größerer Kraftakt, diesen Block zu beseitigen.
Es ist uns ein großes Rätsel, wie so etwas passieren kann ...

Wir bitten Sie inständig, vor allem mit Bindemitteln wie Zement, in Gewässernähe mit größter Achtsamkeit zu agieren, damit sich so etwas nicht wiederholt.

Text aus dem Amtsblatt Ammerbuch Aktuell vom 20.09.2018
Gemeindeverwaltung Ammerbuch, Verena Vedder

Kontakt:

Für Fragen zum Gewässerrandstreifen können Sie sich an die Untere Wasserbehörde im Landratsamt Tübingen wenden:
Tini Kindt
07071 207-4121
t.kindt(@)kreis-tuebingen.de
www.kreis-tuebingen.de

Bei der Gemeindeverwaltung:
Verena Vedder
Gemeinde Ammerbuch, Rathaus Entringen, Kirchstraße 6, 72119 Ammerbuch
07073 9171-7323
v.vedder(@)ammerbuch.de