TOP 1
Bekanntgabe nichtöffentlich gefasster Beschlüsse
Anlässlich der letzten Sitzung des Gemeinderats fand keine nichtöffentliche Sitzung statt.
TOP 2
Kinder, Jugendliche und Schüler in Ammerbuch
Informationen über
- die Entwicklungen der Geburtenzahlen der letzten 6 Jahre
- die Entwicklungen der Schülerzahlen samt den Übergangsquoten an weiterführende Schulen
- das Eckpunktekonzept des Landes zur Werkrealschule
Als erste Auftaktinformation für den Bereich Bildung, Betreuung und Erziehung wurde dem Gemeinderat anlässlich der Sitzung vom 23.03.2009 über die aktuell anstehenden Änderungen bei der Kinderbetreuung (1 - 6-jährige) berichtet. Die sich aus diesen Pflichtaufgaben ergebenden personellen, organisatorischen und finanziellen Konsequenzen wurden aufgezeigt und erste mögliche Lösungswege angesprochen.
Hierbei wurde deutlich, dass die Kommunen und so auch die Gemeinde Ammerbuch enorme finanzielle Kraftanstrengungen leisten müssen, um die komplexen und kostenintensiven Entwicklungen im Bereich Familienfreundlichkeit, Erziehung und Betreuung der kommenden Jahre zu bewältigen.
Bürgermeister v. Ow-Wachendorf ging rückblickend nochmals auf folgende Punkte ein:
- Aufgrund des Kinderförderungsgesetzes besteht ab dem 01.08.2013 seitens der Eltern ein Rechtsanspruch auf einen Kleinkind-Betreuungsplatz ab dem vollendeten 1. Lebensjahr. Um dies erfüllen zu können, werden aus Sicht der Verwaltung erhebliche Investitionskosten für Räumlichkeiten und Ausstattung sowie erhebliche laufende Personalkosten, Unterhaltungsaufwendungen bzw. Förderbeträge anfallen.
- Eine Erweiterung der Betreuungszeiten bzw. Öffnungszeiten sowohl der kommunalen Kindergärten, als auch der Einrichtungen der freien Träger und der Ausbau von Ganztagseinrichtungen werden weitere Investitions- und laufende Kosten verursachen.
- Für die Kindergartenförderung nach dem Kommunalen Finanzausgleich wird künftig die Zahl der tatsächlich in Ammerbuch betreuten Kinder maßgeblich sein; für Kinder, die auswärtige Einrichtungen oder Einrichtungen freier Träger besuchen, sind an die Standortgemeinden bzw. an die freien Träger Kostenausgleiche bis zur tatsächlichen Höhe der Betriebskosten zu bezahlen.
- Allein aus der Umsetzung des Orientierungsplanes sind für die bestehenden gemeindlichen Einrichtungen zusätzliche Personalkosten in Höhe von ca. 100.000 Euro pro Jahr zu erwarten.
Zur Sitzung des Gemeinderates begrüßte Bürgermeister v. Ow-Wachendorf den Leiter des Staatlichen Schulamtes Tübingen, Herrn Schulamtsdirektor Hocker , seinen Mitarbeiter Herrn Kopp sowie die Rektoren der Ammerbucher Hauptschulen Herrn Kessel und Herrn Scheufele.
Anschließend wurde, mit dem Fokus auf die Ammerbucher Entwicklung, über die tatsächlichen Geburtenzahlen, die daraus sich ergebenden Schülerzahlen sowie die Übergangsquoten auf die weiterführenden Schulen informiert. Weiter wurde über die Rahmenbedingungen - wie sie sich nach der Beschlussfassung des Ministerrates des Landes zur Neuen Werkrealschule darstellen - berichtet, um auf dieser Grundlage die weitere Vorgehensweise für die Ammerbucher Schulentwicklung zu beraten und zu entwickeln.
Zur derzeitigen Beschlusslage wurde wie folgt informiert:
Nachdem der Gemeinderat am 09.05.2005 beschlossen hat, die Hauptschulen nicht zum Schuljahr 2005/06 zusammen zu führen, hat der Gemeinderat anlässlich seiner Sitzung am 12.12.2005 u.a. beschlossen, dass die beiden Ammerbucher Hauptschulen zum Schuljahr 2011/2012 zu einer Ammerbucher Hauptschule mit Werkrealschule am Standort Altingen zusammengeführt werden.
Grundlage der seinerzeitigen Entscheidung des Gemeinderates für schrittweise Zusammenführung der Hauptschulen am dem Schuljahr 2011/12 war die damalige Prognose, dass ab dem Schuljahr 2011/2012 an den Standorten Entringen und Altingen voraussichtlich sehr kleine Hauptschulklassen entstehen und ab dem Schuljahr 2011/12 der damals geltende Klassenteiler bei einer Zusammenführung nicht erreicht wird. Mit Ausschlag gebend für die seinerzeitige Entscheidung des Gemeinderates war daher, dass die ab dem Schuljahr 2011/2012 zusammengeführte Ammerbucher Hauptschule mit Werkrealschule aufgrund der erwarteten Schülerzahl einzügig geführt werden wird.
Ganz bewusst wurde seitens des Gemeinderates im Jahr 2005 als Zieljahr für die Zusammenführung das Schuljahr 2011/2012 gewählt, um eine eventuell zu erwartende 2-Zügigkeit in den Schuljahren 2006/2007 bis einschließlich 2010/2011 oder alternativ, bei Nichterreichen des Klassenteilers, große Hauptschulklassen mit bis zu 33 Kindern pro Jahrgangsstufe zu vermeiden. Gegebenenfalls wären vorübergehend und für wenige Jahre bzw. einzelne Jahrgangsstufen Erweiterungen der Räumlichkeiten an der Altinger Schule oder weitere Provisorien erforderlich gewesen.
Aktuelle Entwicklungen:
Diese seinerzeitige Prognose wird durch die heutigen aktuellen Zahlen bestätigt. Die Übergangsquote von der 4. Klasse in die Hauptschulen liegt für Ammerbucher Grundschüler in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt bei 19 %, werden die letzten 10 Jahre berücksichtigt im Schnitt bei 21,7 %.
Nach den neuesten Anmeldezahlen liegt die Übergangsquote der Ammerbucher 4. Klässler in die Hauptschule für das Schuljahr 2009/10 voraussichtlich bei deutlich unter 20 %.
Im Anschluss wurden das Eckpunktepapier für die neue Werkrealschule vorgestellt sowie die Konsequenzen für die Ammerbucher Hauptschule erörtert.
Deutlich wurde, dass die Zweizügigkeit bei einer künftig zusammengeführten Hauptschule mit Werkrealschule mit Ammerbucher Schülern, auch bei einem reduzierten Klassenteiler, nicht zu erreichen ist. Bei den prognostizierten Schülerzahlen ist selbst bei einer Erhöhung der Übergangsquote von 20 % (Schuljahr 2008/09) auf 22 % eine Zweizügigkeit mit Ammerbucher Schülern aus eigener Kraft nicht erreichbar.
Zusammen mit Herrn Schulamtsdirektor Hocker und den Herren Rektoren Kessel und Scheufele wurden die Alternativen für die weitere Entwicklung der Schullandschaft für Ammerbuch sowie deren Konsequenzen daraus erörtert. Erschiedene Varianten wurden angesprochen
Zweizügige Hauptschule / Werkrealschule
Einzügige Hauptschule
Einzügige Werkrealschule
Kooperation mit den Städten Tübingen, Herrenberg, Rottenburg und der Gemeinde Gäufelden
Klares Ziel ist es, auch nach einer Zusammenführung der Ammerbucher Hauptschulen das ausgezeichnete Bildungsangebot zum Wohl der Ammerbucher Schülerinnen und Schüler beizubehalten, zu fördern und weiter zu entwickeln.
Der Gemeinderat hat beschlossen, dass zunächst ein erstes Koordinierungsgespräch zu vereinbaren ist. Teilnehmer des Gespräches sind die Vertreter des Staatlichen Schulamtes Tübingen und der Schulbeirat. Zu diesem Gespräch sollen Vertreter der Städte Tübingen, Rottenburg, Herrenberg und der Gemeinde Gäufelden eingeladen werden. Die Verwaltung wird dem Gemeinderat in einer der nächsten Sitzungen für die weitere Vorgehensweise einen Fahrplan vorschlagen.
TOP 3
Konjunkturpaket II - Bund-Länder-Investitionsprogramm -
- Zeitplan zur geplanten Abwicklung der Projekte
Im Rahmen des Konjunkturpaketes II sollen in Ammerbuch energetische Maßnahmen an der Schule Reusten sowie an der Turnhalle Reusten, am Kindergarten Breitenholz sowie am Rathaus Pfäffingen durchgeführt werden.
Der Gemeinderat hat dem Zeitplan zur Abwicklung dieser Projekte zugestimmt.
TOP 4
Spenden, Schenkungen und ähnliche Zuwendungen
Bekanntgabe und Beschlussfassung über eingegangene Beträge
Der Gemeinderat hat der Annahme und Vermittlung von Spenden, Schenkungen und ähnlichen Zuwendungen im Gesamtwert von 1.266,46 Euro zugestimmt.
Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.