Aktuelle Information aus der Sitzung des Gemeinderates (Waldumgang)
am 19.10.2007 |
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Forsteinrichtung 2008-2017
- Beschlussfassung
Vor der Gemeinderatssitzung, die um 18:00 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Entringen begann, traf sich der Gemeinderat um 15.00 Uhr zu einem Waldumgang im Gemeindewald Ammerbuch. Zunächst wurden zwei Waldbilder im Hardtwald und danach zwei Waldbilder im Schönbuch besichtigt.
Das Forsteinrichtungswerk stellt als Oberziel der Waldbewirtschaftung die Nachhaltigkeit aller Waldfunktionen sicher; dies sind die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen.
Daneben gilt für den öffentlichen Wald zusätzlich, dass der wirtschaftliche Nutzen des Waldes und die Bedeutung für die Umwelt gleichrangig zu sehen sein sollten. Auch in Zukunft gelten folgende Rahmenbedingungen und Zielsetzungen für den Ammerbucher Gemeindewald:
Ziel Walderhaltung
- Die Waldfläche soll in ihrem Umfang und ihrer Wirkung erhalten werden.
Ziel Gesunde, vitale Waldökosysteme
- Jedes waldbauliche Handeln unterliegt dem Ziel, einen naturnahen und stabilen Wald zu erhalten.
- Es werden gemischte Wälder, in denen die Baumarten an den Standort angepasst sind, in stufigem und ungleichaltrigem Aufbau angestrebt.
- Die Verjüngung im Wald soll in der Regel über die Naturverjüngung erfolgen; die Neupflanzung eher die Ausnahme.
Ziel Artenvielfalt
- Belange des Naturschutzes werden bei der Bewirtschaftung des Waldes berücksichtigt.
Ziel Produktionsfunktion
- Der nachhaltige, umweltfreundliche Rohstoff Holz wird produziert und vermarktet.
- Brennholz soll entsprechend der Verfügbarkeit bereit gestellt werden; ebenso Zierreisig und Weihnachtsbäume.
Ziel Schutzfunktion
- Auch auf die verschiedenen Schutzfunktionen des Waldes wird bei der Bewirtschaftung des Ammerbucher Gemeindewaldes Rücksicht genommen.
Ziel Sozialfunktion
- Bei der Auswahl von Forstunternehmen ist die Qualität der Arbeitserledigung ein wichtiges Kriterium.
- Auch in Zukunft sollen genügend Erholungseinrichtungen in einem ordentlichen Zustand vorgehalten werden.
Betriebswirtschaft
- Ziel ist die Erwirtschaftung eines zumindest ausgeglichenen betriebswirtschaftlichen Ergebnisses im Wald.
Der Bericht über den aktuellen Zustand des Waldes umfasste auch die Zahlen zum Holzvorrat. Im Jahr 1986 waren beispielsweise rund 137.000 Festmeter, 1996 rund 134.500 Festmeter, im Jahr 2007 aber nur noch rund 88.000 Festmeter Holz im Wald vorhanden. Der starke Rückgang geht auf den Sturm "Lothar" von Weihnachten 1999 zurück, der im Gemeindewald ganz erhebliche Schäden angerichtet hatte.
Zum Vollzug des Forsteinrichtungsplanes von 1997-2007 war festzustellen, dass wegen des Sturmes "Lothar" die jährliche Einschlagmenge von 3.000 Festmeter auf 2.000 Festmeter zurück genommen wurde, um langfristig die entstandenen Schäden auszugleichen.
Für das kommende Planungsjahrzehnt soll der Hiebsatz im Gemeindewald je Hektar und Jahr 6,1 Festmeter je Jahr und Hektar betragen. Für den gesamten Zeitraum des neuen Einrichtungswerkes ergibt sich ein Hiebsatz von 24.000 Festmeter.
Als Ausblick auf die finanzielle Entwicklung der nächsten zehn Jahre war festzuhalten, dass das Ziel der Gemeinde, einen, wenn auch geringen, jährlichen Überschuss zu erzielen, mit der vorgestellten Planung möglich sein sollte.
Der Gemeinderat hat das von den Vertretern der Forstverwaltung vorgeschlagene Forsteinrichtungswerk für die Jahre 2008-2017 einstimmig beschlossen.