Die alte
Burgruine der Herren von Müneck, Dienstherren der Pfalzgrafen von Tübingen, liegt auf einem Vorsprung aus Stubensandstein am südlichen Schönbuchrand über Breitenholz.
Der Weg zur Ruine führt von Breitenholz aus am Spielplatz und an den Weinbergen vorbei bis nach oben zum Schönbuchtrauf.

Die
Herren von Müneck, ein Zweig der Herren von Hailfingen, sind von 1270 bis 1390 urkundlich belegt.
Wann die Burg zerstört wurde, ist unbekannt. Außer freigelegten Grundmauern mit nicht mehr eindeutig erkennbarem Grundriss auf der Bergspitze, dem mächtigen Wall und dem Graben ist von der Burg nichts mehr erhalten. Um die Ruine stehen einige knorrige alte Bäume.
Am Schönbuchtrauf bei der Ruine befindet sich ein herrlicher Aussichtspunkt. Man sieht über die Breitenholzer Weinberge und das Ammertal bis hin zur Schwäbischen Alb.
Auszug aus "Der Landkreis Tübingen, Amtliche Kreisbeschreibung, Band II", 1972, Seiten 73/74:
Adel und Burg Müneck
Die niederadeligen Herren von Müneck waren nach den für 1301, 1307 und 1330 erhaltenen Siegeln, die drei oder vier rechts oder links gekehrte Spitzen im Schild zeigen, ein Zweig des weitverbreiteten Geschlechts der Herren von Hailfingen, der sich um 1250 von der Hauptlinie abspaltete.
Der Name ihrer Burg lautet teils, wie bei der Ersterwähnung 1270, Mugineke (ähnlich 1286, 1298 und 1304), teils Mu(e)ienegge (1293), Mönegge (1301) oder Muienegg (1308). Das Bestimmungswort Mugin- ist ungedeutet; -eck deutet auf die Lage. Die ersterwähnten Arnold (1270), Hugo (1270-1292) und Heinrich (1280-1308) waren vielleicht Brüder (Heinrich war 1300 Vetter des Hugo von Hailfingen; 1308 Onkel [patruus] der Hildegard von Hailfingen). 1330 lebten die Geschwister Gere, Gute, Adelheid und Heinrich. Das Tübinger Dienstmannengeschlecht starb wohl mit Albrecht, 1379 Sindelfinger Chorherr und 1382 Kirchherr von Böblingen, aus.
Die Münecker verkaufen den größten Teil ihres im Ganzen genommen geringen Besitzes in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, so z.B. 1337 Heinrich und seine Frau Sophie von Neuneck Güter in Entringen und Breitenholz an die Herter von Dußlingen.
Der
Burgstall Müneck liegt auf einem Vorsprung des Schönbuchs ostnordöstlich vom Ort. Der Burghügel wird rings umzogen von einem Sohlgraben wechselnder Breite, der teils in den Berg eingeschnitten, teils durch einen vorgelegten Wall verstärkt ist. Seine Oberfläche bildet ein Rechteck mit leicht ausgebauchten Langseiten; es sind Mauerreste von nicht eindeutig feststellbarem Grundriss erkennbar. Der Burgenforscher K. A. Koch untersuchte die Ruine 1924 (Grabungsergebnisse in den Blättern des Schwäbischen Albvereins 1925).