Poltringen im Ammertal wurde erstmals im Jahr 1191 urkundlich erwähnt. Bevor es 1805 ganz zur württembergischen Staatshoheit kam, stand Poltringen zu zwei Dritteln unter österreichischer und zu einem Drittel unter württembergischer Herrschaft.

Ein Schloss in Poltringen wird 1481 erstmals urkundlich genannt. Der Renaissance-Baumeister Heinrich Schickhardt plante den Umbau zum
Wasserschloss, das 1613 in der heutigen Gestalt realisiert wurde. Da alle anderen herrschaftlichen Wohngebäude Schickhardts zerstört wurden, steht in Poltringen das einzige erhaltene Schlossbauwerk dieses berühmten württembergischen Baumeisters. Der Bau besteht aus vier gleichlangen dreigeschossigen Flügeln um einen viereckigen Innenhof. An den Ecken stehen vier Türmchen mit Zeltdächern. Heute befinden sich Eigentumswohnungen im Schloss.

Mitten im Ort steht die
St. Clemens-Kirche (links) mit romanischen (Taufstein, Langhaus) und gotischen Elementen (Chor).
Die
St. Stephanus-Kirche (1275 erstmals erwähnt) etwas außerhalb des Ortes wurde Mitte des 18. Jahrhunderts im Barockstil neu erbaut.
Beide Kirchen werden heute von der überwiegend katholischen Bevölkerung genutzt.
Die Bevölkerung des früher landwirtschaftlich geprägten Ortes hat sich nach dem zweiten Weltkrieg durch die Ausweisung verschiedener Baugebiete mehr als verdoppelt. Zur Zeit leben etwa 1.700 Einwohner in Poltringen.
Poltringen hat eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Turnhalle und zwei Sportplätze. Auch die Vereine nutzen diese, sowie Tennisanlagen, Fasnetshalle, Reithalle und Segelflugplatz für ihre vielfältigen Aktivitäten.
Es gibt in Poltringen einige Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen, jedoch keine größeren Industriebetriebe. Von den bis vor kurzen vorhandenen Läden für den täglichen Bedarf sind der Lebensmittelladen, der Mühleladen und die Filiale der Kreissparkasse übrig geblieben. Gut speisen kann man im "Adler" und im Sportheim.
Der Ortsneckname "Bockmoster" erklärt sich so: Vor dem Pressen musste das Mostobst zerkleinert werden. Dazu schütteten es die Poltringer in einen etwa drei Meter langen Steintrog, über dessen Rinne sie einen runden Mahlstein zogen. Einmal ist einem Weiblein beim Zerkleinern der Früchte ein Böcklein versehentlich unter den Mahlstein geraten.
Den aus diesem Missgeschick geborenen Ortsnecknamen halten heute die Narren des Poltringer Fasnets-Club mit ihren Bockmoster-Masken lebendig.
In der Fasnetszeit wird Poltringen zu einer Fasnetshochburg. Tausende von Zuschauern kommen alljährlich zum traditionellen Fasnetsumzug des Poltringer Fasnets-Clubs, der 2006 sein 40-jähriges Bestehen feierte.
Das 1933 festgelegte Gemeindewappen zeigt in Silber auf grünem Dreiberg einen stehenden, rotbezungten schwarzen Eber, darüber eine fünfblättrige rote Rose.
Der Eber ist ein altes Fleckenzeichen und geht auf die Grafen von Eberstein zurück, aus deren Wappen die Rose übernommen wurde.
Das Wappen war 38 Jahre lang bis zur Gründung von
Ammerbuch im Jahr 1971 gültig.
Übersicht über die Entwicklung der Einwohnerzahlen:
Jahr Einwohnerzahl |
1849 600 |
1900 546 |
1950 678 |
1971 1253 |
2000 1680 |
2011 1780 |
Link zu den aktuellen Einwohnerzahlen
Kontakt: Bürgerbüro / Ortsverwaltung
Ortschaftsrat